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We Are Not Armed:
Südafrika jenseits der Apartheid


Material:

Preview (6 Seiten)

Inhalt

Vorwort

Presseinfo zum Katalog (PDF)

Presseinfo zur Ausstellung in Hamburg (PDF)

Errata zur 1. Auflage (PDF)

Ausstellungskatalog

Vorwort von Bert Dahlmann

Südafrika - das hatte für europäische Ohren jahrhundertelang den Klang von Freiheit und Abenteuer. Portugiesen, Holländer, Briten und viele andere wollten die strategisch vorteilhafte Lage am Kap der Guten Hoffnung für sich nutzen, und natürlich wurden die Menschen, die dort bereits lebten, nicht lange gefragt. Die Folge waren Jahrhunderte der Unterdrückung durch die verschiedenen Kolonialmächte, und auch nach der Unabhängigkeit dauerte es noch Jahrzehnte, bis die Apartheid endlich offiziell abgeschafft wurde.

Ungefähr um diese Zeit - genau 1992 - erschien die erste Ausgabe von «Bitterkomix», einer Anthologie mit Werken südafrikanischer Underground-Comic-Künstler_innen, der noch etliche Ausgaben folgen sollten und weiter folgen. Anton Kannemeyer war damals (zusammen mit Conrad Botes) die treibende Kraft für das Projekt, einer unabhängigen Comicszene ein Forum zu bieten. Der Erfolg blieb nicht aus, kreative Köpfe aus ganz Südafrika wollten sich beteiligen, und auch international entwickelten sich Kontakte. Um so erstaunlicher ist, dass es im deutschsprachigen Raum bislang nur ein Buch von einer südafrikanischen Comickünstlerin gab: Karlien de Villiers' «Meine Mutter war eine schöne Frau» (2006); erst 2012 erscheint mit Joe Dalys «Doppeltes Glück mit der Roten Kralle» ein zweiter südafrikanischer Comicband auf Deutsch.

Dabei lohnt sich ein Blick auf die vitale und interessante südafrikanische Comic- und Kunstszene allemal, wie nicht zuletzt diese Ausstellung und der vorliegende Katalog beweisen. Das Thema ergab sich dabei quasi von selbst, denn auch heute noch prägen Kolonialgeschichte und ethnische Unterschiede den Alltag. Und so setzen sich die beteiligten Künstler_ innen natürlich auch mit diesem Problem auseinander. Mal bitterböse historisch, dann wieder humorvoll als Alltagserlebnis oder aber auch dezent als Schlagzeile in der Tageszeitung. Doch zu den beteiligten Künstler_innen, den letztendlich sind es ihre Kreativität und ihre Ideen, um die hier es geht:

Anton Kannemeyer (Joe Dog) setzt seine Kritik und Wut über die Zustände und die offenen Wunden in der (süd-) afrikanischen Gesellschaft mit bitterem Humor gekonnt um.

Sein Bruder Mark Kannemeyer (Lorcan White) zeigt in seinen Werken eine zumeist alptraumhafte Welt, die Angst macht und dabei gleichzeitig fasziniert.

Karlien de Villiers ist bekannt für Ihre autobiographischen Comic-Geschichen. «Neugeboren » erscheint hier erstmals auf Deutsch und entstand zusammen mit ihrem Mann, dem Autor Danie Marais, von dem wir auch einige seiner schönsten Gedichte erstmals in deutscher Sprache vorstellen.

Vor allem in den USA sind die fantasievollen Werke Joe Dalys bekannt und beliebt. Einen guten Eindruck vermittelt dabei die kleine Episode aus seinem 2012 bei Avant erscheinenden erstem deutschen Album. Außerdem präsentieren wir einige Seiten seines neuesten Werkes, die hiermit weltweit erstmals öffentlich zu sehen sind.

André und Nathan Trantraal sorgten in der letzten Zeit nicht nur mit ihrem Comicheft «Coloreds» („Farbig“) in Südafrika für Aufsehen. Ihr Comicstrip «The Richenbaums» thematisiert das alltägliche Leben in den Townships (Ghetto-Vororten). Optisch geradezu niedlich, kommt der Witz meist trocken und gallig daher.

Seit kurzem illustrieren die Brüder Trantraal auch die Gedichte der jungen Lyrikerin und Autorin Ronelda Kamfer. Eine fruchtbare und kreative Zusammenarbeit, die hier erstmals auch auf Deutsch zu bewundern ist.

Ganz frisch sind unsere Kontakte zu Sebastian Borckenhagen, der am liebsten von „Menschen und Dingen“ erzählt und ganz nebenbei der jüngste aller Beteiligten ist.

„Die Mischung macht's“ wie wir immer wieder bei der redaktionellen Arbeit für «PANEL» feststellen konnten. Ich bin überzeugt davon, dass diese auch bei der Ausstellung und in dieser Anthologie stimmt. Zeigen sie doch beispielhaft die große Bandbreite der südafrikanischen Comic- und Kunstszene und schüren damit zweifelsfrei den Wunsch nach mehr.

We Are Not Armed: Südafrika jenseits der Apartheid
ISBN ist 978-3-935146-55-5
VK 4,80
36 Seiten B 5 (170 x 240 mm)

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