Frerk-Heinrich Neumann
(1970 - 2002)

Mitte der 80er Jahre entstand bei ein paar Freunden die Idee, „was mit Comix“ zu machen, und irgendwann fingen wir dann auch an, auf Börsen und in Comicläden Flugis zu verteilen - später dann auch Flyer, aber damals waren das eben noch Flugblätter. Das führte dazu, dass sich Frerk-Heinrich Neumann (geb. 9. Juni 1970) Anfang Oktober 1987 bei uns meldete und neben seinem eigenen Interesse auch noch gleich einen „schweinisch guten Zeichner“ für das „Projekt PANEL“ begeistern wollte. Daraus entwickelte sich ein reger Schriftverkehr.

Anderhalb Jahre später gehörte Frerk zu den Gründern von PANEL und prägte besonders in den ersten Jahren das Magazin entscheidend mit. Zum einem, da durch ihn Zeichner wie Nils Fliegner und Gerrit Schwaner dazustiessen, für die er teilweise auch die Geschichten (mit-)schrieb, zum anderen durch seine Tätigkeit als Redaktionsmitglied und Autor. Doch irgendwann reichte bei Frerk dann die Zeit nicht mehr, um alle seinen Tätigkeiten, als MAD-Autor, Gagschreiber für die Ottifanten, Schmidteinander und anfänglich auch für die Harald Schmidt-Show mit den PANEL-Aktivitäten unter einen Hut zu bringen, und er reduzierte sein Engagement bei uns.

Danach haben wir uns eigentlich nie wirklich aus den Augen verloren, sondern trafen uns alle paar Monate - teils zufällig, teils geplant - und redeten über PANEL und Comix und diverse andere Sachen. Schwer getroffen hat es ihn - als eingefleischtem MAD-Fan und letztem „MAD-Chefred.“ beim legendären Verlag Klaus Recht -, als sein geliebtes Satiremagazin in den 90ern eingestellt wurde. Wenig später dann brach der regelmässige Kontakt doch etwas ab, und ich traf ihn eher zufällig so ein- bis zweimal im Jahr. Zuletzt im Herbst 2002 an der Bremer Uni. Neben vielen anderen Dingen sprachen wir natürlich auch über PANEL und dass wir nach Jahren endlich auch die Stripseiten wieder eingeführt hätten, was ihn natürlich sehr interessierte, zumal, als ich ihn fragte, ob wir einige der „Gun Gans“-Strips, die er in den 90ern für Gerrit Schwaner geschrieben und die damals in der Club-Zeitung erschienen waren, nicht dort noch einmal veröffentlichen könnten. Da ich genau darüber auch knapp zwei Wochen vorher mit Gerrit gesprochen hatte und dieser sich bereit erklärt hatte, den ganzen technischen Ablauf (scannen etc.) zu übernehmen, war Frerk war von der Idee begeistert. Er bat nur um entsprechende Belegexemplare.

Umso erschütterter war ich, als ich ein paar Wochen nach diesem lockeren Gespräch erfahren muste, dass Frerk-Heinrich Neumann am 4. November 2002 freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Und letztendlich habe ich immer noch daran zu kauen.

Mir und allen, die ihn kannten, wird sein Engagement und seine eher zurückhaltende Art immer im Gedächtnis bleiben.

Wir vermissen Dich!

Bert Dahlmann
für alle „PANELs“

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