Gestern starb im Alter von 84 Jahren der Romanautor, Essayist und Wissenschaftler Umberto Eco. Am Bekanntesten f�r Romane wie "Das Foucaultsche Pendel" und nat�rlich "Der Name der Rose", wird Eco der Welt der Comics vor allem als einer der ersten Wissenschaftler, die sich ernsthaft mit dem angeblich so verruchten Medium auseinandersetzten, in Erinnerung bleiben.
Seine Essays �ber Comics und Trivialliteratur, auf deutsch gesammelt in dem Band "Apokalyptiker und Integrierte" (Fischer, 1984), nehmen die Comics als eigene Bildsprache und als eigenst�ndige Werke ernst - eine Betrachtungsweise, zu der Eco als Semiotiker, als Zeichenwissenschaftler, zu der Zeit wahrscheinlich besser qualifiziert war als reine Kunst- oder Literaturwissenschaftler, und sicherlich auch mehr als die Psychologen und P�dagogen, die sich damals an dem Medium probierten. Die verbreitete Kritik, dass Massenkultur durch die Ausrichtung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner eines Publikums unf�hig sei zu gesellschaftlich oder auch nur �sthetisch relevanten Aussagen, lie� er nicht gelten und sah gerade in der scheinbaren Einfachheit der Comic Strips die M�glichkeit der Subversion.
Dass er Comics bei diesen fr�hen Analysen vor allem unter der Perspektive der Trivialkultur betrachtete und weniger als gehobene, "erwachsene" Kunst im Sinne der Gaphic Novel, mag der Zeit geschuldet sein oder Ecos Lust an eben solchen Geschichten. Denn Eco war selber ein Fan des Mediums, schrieb Vorworte f�r Hugo Pratt und Will Eisner und lie� den Einfluss und die Faszination der Comics auch immer wieder in seine Romane einflie�en.